In der Tradition des Lautenspiels der Renaissance und
Barockzeit galten diejenigen als die größten Meister, die aus den Tönen
eine große Stille schöpfen konnten. So waren die Pausen zwischen den Tönen
oft wichtiger als die Töne selbst und hatten die Aufgabe, in Form einer
musikalischen Meditation diese Stille hörbar und erfahrbar zu machen,
die den Hörer durch den Klang hindurch und über ihn hinaus geleiten
konnte zum Erahnen der unhörbaren göttlichen Musik. So schreibt auch
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750): „Bei einer andächtigen Musik ist
Gott allzeit mit seiner Gnaden Gegenwart". Die Zen-Meditation
(Sitzen in der Stille) hat die gleiche Aufgabe, in der (nicht immer nur
harmonischen) Melodie unseres Lebens schöpferische Pausen zu ermöglichen,
um hellhörig zu werden für den eigentlich immer vorhandenen und
erklingenden Ton des Göttlichen, der wahrgenommen werden möchte in uns
und mitten in unserem Alltag. Um uns hierfür zu sensibilisieren üben
wir: Stilles Sitzen, unterbrochen durch meditatives Gehen (Kinhin),
kurze Texte, ergänzt durch Musik der Stille auf der Laute. Wer ein
tragbares Musikinstrument spielt, bitte mitbringen (keine Voraussetzung
zur Teilnahme).